Kontaktlinsen

Harte (formstabile) Kontaktlinsen

Vor über 50 Jahren wurden die ersten harten Kontaktlinsen entwickelt. Schon damals wiesen sie eine gewisse Sauerstoffdurchlässigkeit auf, die mit der Weiterentwicklung der Werkstoffe heute zwischen 30 bis 100 Dk liegt. So wird gewährleistet, dass der benötigte Sauerstoff durch die Linse zur Hornhaut transportiert werden kann. Der Linsen-Durchmesser beträgt in der Regel acht bis zehn Millimeter. Die Kontaktlinse liegt im Auge auf einem Tränenfilm auf. Durch diesen kann, in Kombination mit der sich darüber wölbenden formstabilen Linse, eine leichte Hornhautverkrümmung behoben werden.


Weiche Kontaktlinsen

Im Gegensatz zu den harten Linsen sind weiche Kontaktlinsen elastisch und passen sich der Form der Hornhaut an. Bei diesen Modellen beträgt der Durchmesser für gewöhnlich zwischen 12 und 16 mm, dadurch sind sie größer als die Iris und liegen bei geöffnetem Auge teilweise unter dem Lid. Weiche Kontaktlinsen sind verschieden lange tragbar, man erhält sie in den Variationen Tages-, Monats- und Jahreslinsen.

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Linsenfunktionen

Kontaktlinsen zur Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit

Meist werden Kontaktlinsen genutzt, um einfache Kurz- oder Weitsichtigkeit auszugleichen. Dazu können sphärische oder asphärische Linsenformen sowie sphärische Linsenformen in Kombination mit einem asphärischem Randbereich verwendet werden.

Torische Kontaktlinsen

Um eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auszugleichen, wird auf torische Kontaktlinsen zurückgegriffen. Für diese speziellen Linsen erhebt man außer dem Dioptrienwert noch Achsen- und Zylinderwerte der Hornhautverkrümmung, da sie in die Produktion einbezogen werden müssen. Da der Astigmatismus durch zylindrische Parameter behoben wird, die eine festgelegte Position erfordern, muss die Linse mittels verschiedener Verfahren speziell angepasst werden.

Kontaktlinsen zur Korrektur von Alterssichtigkeit

Ab dem vierzigsten Lebensjahr nimmt die Flexibilität des menschlichen Auges allmählich ab, sodass Objekte im nahen Bereich weniger gut fokussiert werden können. Diese Entwicklung wird Alterssichtigkeit oder Presbyopie genannt, davon Betroffene benötigen dann eine Lesebrille.
Für den Fall, dass schon eine Kurzsichtigkeit besteht, wird mit der Alterssichtigkeit eine Sehilfe notwendig die beide Sehfehler ausgleicht. Die Multifokallinsen ermöglicht sowohl in der Ferne als auch in der Nähe scharfes Sehen– und das alles mit nur einer Kontaktlinse. Multifokallinsen werden als segmentförmige Bifokallinsen oder konzentrische Multifokallinsen gefertigt. Eine dritte Form, die in besonderen Fällen genutzt wird, ist die Monovisionstechnik. Die individuelle Anatomie es Trägers sowie die Gegebenheiten, in denen die Kontaktlinsen genutzt werden sollen entscheiden darüber, welcher Linsentyp zur Verwendung geeignet ist. Multifokallinsen gibt es sowohl in der formstabilen als auch in der weichen, flexiblen Variante.

Segmentförmige Bifokallinsen

Diese Kontaktlinsen sind in zwei segmentförmige optische Zonen aufgeteilt, deshalb werden sie auch als alternierendes (abwechselndes) System bezeichnet. Das obere Segment gleicht Schwächen in der Fernsicht aus, blickt das Auge auf ein nahes Objekt, wird bei dessen Drehung nach unten die Kontaktlinse automatisch durch das Unterlid nach oben geschoben und der Kontaktlinsennutzer sieht durch das Segment für die Nahsicht.

Konzentrische Multifokallinsen

Wie der Name schon andeutet, stehen in diesem Kontaktlinsenmodell mindestens zwei ringförmige Blicksegmente in konzentrischer Anordnung zueinander. Bei den neusten Entwicklungen dieser Art sind die Übergänge der verschiedenen Sehbereiche fließend. Unterschiedliche Zonen können gleichzeitig genutzt werden, weshalb die konzentrischen Multifokallinsen auch als „simultanes System“ bezeichnet werden. Dem Auge stehen sowohl Fern- als auch Nahsicht zur gleichen Zeit zur Verfügung, die jeweils benötigte Entfernung wird unbewusst vom Gehirn ausgewählt.

Monovisionstechnik

Um Presbyopie (gleichzeitige Kurz- und Weitsichtigkeit) auszugleichen wird bei dieser Herangehensweise auf Mehrstärkenkontaktlinsen verzichtet. Stattdessen wird bei einem Auge die Weitsichtigkeit korrigiert, während beim anderen Auge eine Kontaktlinse für die Kurzsichtigkeit genutzt wird. Wird diese Form der Korrektur genutzt, bestehen jedoch Einschränkungen des beidäugigen, stereoskopischen Sehens.

Kosmetische Kontaktlinsen

Medizinischen Nutzen haben farbige Kontaktlinsen nur bei Lichtempfindlichkeit, ihre optischen Aufgaben erfüllen sie jedoch schlechter als konventionelle Kontaktlinsen.

Vorwiegend werden farbige oder bemalte Kontaktlinsen (Motivlinsen) jedoch für kosmetische Zwecke verwendet und zur Veränderung der äußeren Erscheinung genutzt.